Ein sonniger Sommernachtstraum

Oh, du süßer Sommerabend.

Hörst du die Grillen surren?
Siehst du die Glühwürmchen leuchten, und die Sterne dort droben im Himmelszelt funkeln?
Sag mir, riechst du das?
– Den Duft des verbrauchten Tages und den dichten Rauch des Lagerfeuers?

Aufgeladene Ambiente, romantischer Rausch, kleine Küsse, große Gefühle und vor allem nächtlich dir so nah, näher als an jedem anderen, sonnigen Sommer nachmittag.

Fühlst du es auch?
Das Pochen meines Herzens, und das Aussetzen jeglicher Kontrolle, denn wer braucht schon die erzwungene Gewalt gegenüber sich selbst, wenn er diese Nacht im dunklen Schatten deiner Natur verbringen kann?

du bist wie meine Sonne, und das obwohl du die Nacht bist.

 

Wie du meine Liebe nahmst

Inspiriert von: Cigarettes after Sex-K

Ich sah dich nur dieser einen Nacht.
Doch sie reichte, um von dir zu träumen.
Deine Art, wie du redestest, wie du dich bewegtest, was du sagtest und darauf schließen ließest, was du in manchen Momenten zu denken vermochtest, passten zu mir und zu dem, was ich in Nächten wie diese träumte.

Und als wir im Resteraunt saßen und du mir das erste Mal in mein Ohr rauntest, dass du mich mochtest, spürte ich Konfetti über mich hinab regnen, in dieser Nacht.

Und als du mich küsstest, mit deinem Mund und dem Nachgeschmack von frisch gerauchten Zigeretten, war es um mich geschehen und ich fiel, in dieser Nacht, in deine Arme und vermochte dich nicht mehr loszulassen.

Und als wir uns immer öfter sahen und wir immer inniger wurden, offenbarte ich dir den Gedanken, der mir jeden Tag durch den Kopf schwamm, ganz schwammig und doch krystalklar, so klar, dass wir Liebe machten, in dieser Nacht.

Und als du mir langsam und doch so schmerzhaft den Rücken zukehrtest, beschloss ich eine sanfte, ernst gemeinte Entschuldigung zu verlangen. Und du tatest es in dieser Nacht. Immer öfter.

Und als ich deine Stimme nicht mehr hören konnte, weil all‘ deine Entschuldigungen nicht mehr entschuldigend genug waren, musstest du gehen, und mich alleine lassen, in dieser Nacht.

Und in der nächsten Nacht, sah ich dich im Arm einer Anderern. Ihr machtet Liebe- Liebe, die ich als meine, als unsere gesehen

Die Gewissheit des Ungewissen

Der Gedanke an den Tod lässt mich erschauern, diesen wieder wie ein unzufriedenstellendes Buch zur Seite legen und mich einen waghalsigen Köpfer ins eiskalte Becken der Verdrängung machen.
Ich höre oft Andere behaupten, dass ihnen die Ungewissheit keine Angst mache, dass sie nichts vor dem schwarzen Loch, der uns an irgendeinen Tag alle mal in die tiefe Leere einsaugen werden wird, zu befürchten hätten.

Kann ich dem Gesagten mit Vertrauen entgegen treten? Besitzen sie wirklich noch nicht einmal Unsicherheit  gegenüber dem Leerem, der Vergänglichkeit?  Klammern sie sich bloß an dem, was in ihrem Glauben steht? Befürchten sie schlicht und einfach nichts, weil sie sich stets an ihren vorgegeben  Normen, Werten, Richtlinien, Regeln und schlussendlich an den Aufschrieben ihres moralischen Fundamentes der einzigen Wahrheit gehalten haben?

Ich jedenfalls, verspüre das laut aufschreienden Verlangen weg zu rennen und dabei in jämmerlichen Hoffnung,  nicht von der mich jagenden Zeit eingeholt zu werden. Und selbst, wenn mir der Atem wegbleibt, weil mich das Leben aus der Puste gebracht hat, lasse ich mich weiterhin von den mich immer schneller rennenden Beinen tragen, um bloß nicht am Ziel anzukommen. Denn der Schlussstrich des Ganzen , ist das Ende meines Wettlaufes.

Ich weiß, dass ich egal in welche Richtung ich zu flüchten vermag, dennoch einem nähern werde: dem Tod. Diese Gewissheit des Ungewissen lässt mich an meiner Lebensfreude ersticken.

 

Hallo, ich hasse dich

Hallo,
Ich hasse dich.
Du hasst mich.
Unser Verhältnis gleicht einer Tragödie;
Es wird gestritten, geschlagen,gelogen und geheult,
und am Ende sind wir verwandt.
Denn du bist mein Tellerrand,
den ich überblicken muss,
um überhaupt etwas zu sehen.
Du bist die Grenzen in meinem Kopf
und der Egoist in mir.
Selbst meine Faulheit sehe ich in dir.
Ich reagiere über,
schubse um mich,
und brülle Sätze, die mich meine Selbst verachten lassen.
Und das alles bloß,
weil wir uns einander hassen.
Verletzt dich diese Tatsache?
Erschrecken dich die Emotionen, die ich in Worte fasse?
Stört es dich, wenn ich dich irgendwann verlasse?
Ich weiß es nicht.
Du bist ich.
Und ich bin du.
Und dennoch können wir alles und nichts mit einander anfangen.
„Rede nicht mehr mit mir.“,
sagst du und im zweiten Atemzug bist du stolz auf mich.
Sicherlich.
Aus meiner Sicht,
hasst du mich.
Aus deiner Sicht,
hasse ich dich.
Doch wenn wir ehrlich sind,
stimmt das nicht.
Denn wir sind wie zwei Blinde,
die die Liebe nicht sehen können.
Sind wie zwei Taubstumme,
die die Wahrheit nicht hören wollen.
Und wie zwei Dumme,
die sich gegenseitig nicht begreifen und sich deswegen angreifen.
Ich wünschte,
ich könnte dir all‘ das sagen,
Doch du würdest es nicht sehen, hören, und begreifen.
Es aufzuschreiben muss mir fürs erste reichen.
Vielleicht ist Hass unser Pseudonym für Liebe,
und unsere Abneigung ein Zeichen der Zuneigung.

MFG
Dein Spiegelbild

Ein Kampf in mir

Sie stehen sich mit zugekniffenen Augen gegenüber. Die Unsicherheit, eine unscheinbare, dennoch auf gewisser Weise auffallende Gestalt, krempelt sich mit zitternden Händen und böse funkelnden Augen die Ärmel hoch. Das Selbstbewusstsein, das vermeidliche Gegenteil der Unsicherheit,  ärgert sich  lautstark und mit einem aufbrausenden  Gesichtsausdruck über das dümmlich  affektierte Verhalten des eigenem Gegenübers und plustert sich in seinem vollen Stolz auf. Während dieser seine Macht demonstriert, wirkt das Selbstbewusstsein furchtbar stark und als könnte es niemand aufhalten, doch die Unsicherheit wird unterschätzt.
Wie aus Geisterhand fängt sie an zu schreien und rennt wie aus einem Zoo entflohenen, gefährliches Tier auf das Selbstbewusstsein zu, beißt es wie eine Piranha, zerrt an ihm bis er von dem Schock so bleich wie Porzellan anläuft und ihm Tränen in der Größe von glänzenden Diamanten an den leicht erröten Wangen entlang laufen.  „Du strotzt von Arroganz und lässt deine Herrin der Emotionen albern und dümmlich dastehen! „, kreischt die Unsicherheit mit machtergriffener Erhobenheit.
„Hör auf so etwas von dir zu geben!“, bettelt das erniedrigte Selbstbewusstsein mit weinerlicher Stimme, doch die Unsicherheit kommt erst jetzt richtig in Fahrt. Sie zeigt mit einer grausam verzogenen Fratze auf das Häufchen Elend gegenüber von ihr und beginnt  zu grinsen. „Jetzt sind wir ein und derselben Art. Es wird Zeit zu gehen, Selbstbewusstsein.“  Und das Selbstbewusstsein ging.
Ich reiße die Augen auf. Die Menschen um mich herum unterhalten sich angeregt und scheinbar völlig entspannt über die verschiedensten Themen. Sie bemerken mich nicht einmal und doch fühle ich mich bei jedem Schritt beobachtet. Als würden alle Augenpaare nur ein Ziel zum Fokussieren haben: Meine ganzen Fehler und den lächerlichen Versuch diese zu verstecken. Vielleicht ist es egozentrisch  so zu denken. Bin ich ein Egozentriker?
Und da war sie wieder; eine weitere Unsicherheit, die mit allen Kräften in mir kämpft. Mit mir kämpft.

Fließendes Gewässer

Sie ging zum Fluss, weil es sie hintrieb, wie das fließende Gewässer davontrieb.
Sie liebte das plätschernde Geräusch und den  frischen Duft von Sommer und klaren Nachmittagen, die sich im glänzenden Schein der Sonnenstrahlen aneinander reihten.
Dort unten am Fluss, zu dem sie ging, um dem Klang der Einsamkeit zu genießen und dessen Worte einzuprägen.
Es war ein Ort der seeliger Ruhe.
Ruhe vor Anderen, der Umwelt, aber vor allem vor sich selbst.
Dort unten am Fluss gab es keine Konventionen, die sie einschnürten und Druckstellen hinterließen.
Das alltägliche Gefühl von Regeln und Ordnung  war plötzlich fremd, nicht mehr wahrnehmbar.
Dort unten am Fluss herrschte die Philosophie des Guten.
Die soziale Hierarchie der Macht ergötzenden ,  stets die Kontrolle behaltenden Roboter des Souveränes, schien weit weg, gar als wäre dessen Existenz erloschen.
Sie lief jeden Tag  zum Fluss, weil es sie hintrieb , wie das fließende Gewässer alles, was ihr nicht gut tat, davontrieb.

Aussicht auf Besserung

Es gibt Tage, da scheint mir alles schlecht, finster und grau. Der schöne Gesang von Freude und seeliger Herzens Wärme ist fort. Vielleicht nicht wirklich verschwunden, mehr wie in Urlaub gefahren. Es ist wie als hätten sie sich, obwohl ich sie doch so sehr brauche,  von mir verabschiedet, mir gar die Tür vor der Nase zugeschlagen. “Warte bleibt bei mir!“, flehe ich dann immer, aber sie hören nicht auf mich und verschwinden im zeitlosen Ungewissen. Und dann kommt die Negativität und raubt mir meine restliche Farbe, Energie und Zufriedenheit. Wie eine Welle überrollt mich der dunkle Schatten und verschlingt mich, als wäre ich sein Abendmahl. Doch ich gebe nicht wehrlos auf. Ich lasse mich nicht verspeisen. Ich stoße die Tür  auf,  renne der Glückseligkeit hinterher, packe und lasse sie nicht mehr los. Ich habe sie gefangen genommen und bewahre sie tief in mir. Das Abhanden kommen ist unmöglich geworden, denn ja es wird schlechte Tage geben- doch diesmal habe ich die Aussicht auf Besserung.

Eure Wortiamelod