Das Licht des Hoffnungträgers

„Gatsby glaubte an das grüne Licht, an die wundervolle Zukunft, die Jahr für Jahr vor uns zurückweicht.“ ~Nick Carraway| The great gatsby

Das grüne Licht der Hoffnung blinkt zum Greifen nah.
Ich stehe am Steg und blicke über das glänzende, stille Gewässer, das im nächtlichen Schein glitzert und schimmert, als wären es winzige Kristalle, die mir den Weg zu dir ebnen.
In meinen Gedanken jedoch bist nur du- du umhüllt in Seide und Satin- so schön wie eh und je.
So schön wie du eben bist und sein kannst und liebst und lebst und leidest und gibst.
So sehe ich  das grüne Licht vor mir blinken, und das Wasser vor mir glitzern, und jetzt weiß ich, ich drohe im Schein deiner so vollkommmenden Selbst unterzugehen, in meiner Hoffnung und Liebe zu dir zu ertrinken.
Ein Schuss ins Herz. Ein Augenblick dich vor mir in Angesicht.

Jetzt weit weg, du siehst es im grünen Licht.

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Gift des Wahnsinns

Er betitelte mich als sein Gift, obwohl er sich schon längst eine Vergiftung von der Welt und die von seiner dazugehörigen Umwelt zugezogen hatte.  

Der Wahnsinn schien ihm ins Gesicht geschrieben, doch der Anblick trog, da das Wahnsinnige mir galt, denn ich ließ seine Hand nicht los und ging auch nicht weiter, sondern ließ mich ganz freiwillig, völlig eigenwillig, und wahnsinnig bereitwillig, fest in den Boden verwurzeln.

Und das machte mich zu einem absoluten Wahnsinn und nicht zu dem Gift seinerseits.

Harmloser Wortaustausch

Ein wort. Ein satz.

Ein Gefühl, das sich in mir festsetzt, weil du mich mit dem, was du von dir gibst verletzt.
Du solltest manchmal schweigen, denn deine Fähigkeit zu reden ist oft so wirksam wie eine Atombombe-
Sie explodiert und selbst nach deinem Angriff bleiben die Überreste und lassen mich daran förmlich ersticken.

Du sagst Wörter seien unwichtig, etwas, das schnell ausgespuckt wird und in der Erde versickert.
Du sagst, harmlose Sätze tun nicht weh und können vergessen werden.

Alles was ich je brauchte, gabst du mir mit einem Versprechen.
Ein Versprechen, das schnell wieder zu brechen galt.
Denn Wörter seien unwichtig, sagtest du.
Vielleicht sollte ich dir Recht geben und auf ewig schweigen.
Was kann ich schon Wichtiges sagen, wenn alles unwichtig ist?
Und ich dir mit meinen  Worten nicht deine Wichtigkeit mir gegenüber ausdrücken kann?

Wörter umhüllen mein Schweigen und Sätze verschmelzen mit meinem Schmerz.
Du sagst es ist harmlos.
Doch ich wage es zu bezweifeln.

 

Die Gitarre

The Beatles- while my guitar gently weeps

Ich sehe mit verweinten Augen an die graue Wand, die die endlos aneinander reihenden Tage meines selbstzerstörenden Ichs wiederspiegelt.

Schließlich, so wie immer, fällt mein Blick auf die verstaubte Gitarre, die ganz still, reglos und völlig leblos an meinem Fenster lehnt und plötzlich sehe ich mich selbst wieder, an den guten Tagen.
Die Gitarre liegt perfekt an mir an und spielt Lieder, die unvergessen bleiben. Ich sehe wie meine Gitarre im Schein der bunten Lichter voller Sanftheit weint, lacht und Funken wie Konfetti sprüht.
Alle Menschen um mich herum sind wie elektrisiert und atmen mit mir den so sanften Klang meiner schönen Gitarre ein.

Ich weiß nicht wie und es kann mir auch keiner sagen :
„Wie konnte es Heute werden?“
Ich blicke wieder zu meiner grauen Wand und bemerke, wie schnell die Zeit vorbei geht und mich im sanften Klang der weinenden, lachenden und Konfetti sprühenden Gitarre verändern kann.

Wie konnte sich alles, was ich liebte umkehren und mich verbittern lassen?
Wo ist das Süße, das Schöne, das Aufregende?
Verblasste es im Schein meiner sanft weinenden, lachenden und Konfetti sprühenden Gitarre?

Eine Träne kullert über mein Gesicht, während die Menschen in meinem Kopf buhen, mich mit ihrer spitzen Zunge peitschen und verlangen meine Gitarre Konfetti sprühen zu sehen.

Ich stehe auf, puste vorsichtig den Staub von ihr ab, und streiche sanft über ihr weiches Holz. Dann nehme ich sie sachte in die Hand und beginne sie mit bloßer Gewalt gegen die kahle Wand der endlos aneinander reihenden Tage zu schlagen.
Und so machte die Gitarre ein Geräusch, das ich noch nie an ihr gehört hatte.

Erleichternde Tatsachen

Und ich laufe.
Gehe weg von der Gruppe und dir.
Ich bin mir so fremd in eurer Gegenwart, dass es fast schon weh tut. In meinem Kopf rasen die Gedanken einen Marathon.
Spielen Jo jo zwischen ‚Ich weiß, was ich tue“ und „Warum mache ich das?“
Doch dennoch sind die vergangenen Momente, in denen ich dachte, ich wisse, was ich tue im Nachhinein blamabel und lächerlich.
Und dann kommst du auch noch dazu.
Kommst mir nah. Viel zu nah, um nüchtern zu bleiben und raubst mir den Fußboden unter meinen Füßen. Wie soll ich mit deinem Ego umgehen, während meiner von deinem in die Ecke gedrängt wird? Du machst das nicht mit Absicht, das weiß ich, doch es macht mich wahnsinnig. Ich mag es auf irgendeiner banalen Weise trotzdem, wenn du um mich bist. Denn du nimmst mir die Unscheinbarkeit und verleihst mir für einen kurzen Moment Bedeutung.

Die Anderen, um uns herum sind laut und von Natur aus präsent. Es kostet eine ungeheure Anstrengung, so zu tun, wie als wäre ich wie sie.
Und deswegen öffne ich trotz allen Gegensätzen, oder vielleicht gerade deswegen gerne die Tür, sauge, die in mein Gesicht wehende Luft ein und genieße die erleichternde Tatsache:

„Ich bin endlich allein.“

Ein sonniger Sommernachtstraum

Oh, du süßer Sommerabend.

Hörst du die Grillen surren?
Siehst du die Glühwürmchen leuchten, und die Sterne dort droben im Himmelszelt funkeln?
Sag mir, riechst du das?
– Den Duft des verbrauchten Tages und den dichten Rauch des Lagerfeuers?

Aufgeladene Ambiente, romantischer Rausch, kleine Küsse, große Gefühle und vor allem nächtlich dir so nah, näher als an jedem anderen, sonnigen Sommer nachmittag.

Fühlst du es auch?
Das Pochen meines Herzens, und das Aussetzen jeglicher Kontrolle, denn wer braucht schon die erzwungene Gewalt gegenüber sich selbst, wenn er diese Nacht im dunklen Schatten deiner Natur verbringen kann?

du bist wie meine Sonne, und das obwohl du die Nacht bist.

 

Wie du meine Liebe nahmst

Inspiriert von: Cigarettes after Sex-K

Ich sah dich nur dieser einen Nacht.
Doch sie reichte, um von dir zu träumen.
Deine Art, wie du redestest, wie du dich bewegtest, was du sagtest und darauf schließen ließest, was du in manchen Momenten zu denken vermochtest, passten zu mir und zu dem, was ich in Nächten wie diese träumte.

Und als wir im Resteraunt saßen und du mir das erste Mal in mein Ohr rauntest, dass du mich mochtest, spürte ich Konfetti über mich hinab regnen, in dieser Nacht.

Und als du mich küsstest, mit deinem Mund und dem Nachgeschmack von frisch gerauchten Zigeretten, war es um mich geschehen und ich fiel, in dieser Nacht, in deine Arme und vermochte dich nicht mehr loszulassen.

Und als wir uns immer öfter sahen und wir immer inniger wurden, offenbarte ich dir den Gedanken, der mir jeden Tag durch den Kopf schwamm, ganz schwammig und doch krystalklar, so klar, dass wir Liebe machten, in dieser Nacht.

Und als du mir langsam und doch so schmerzhaft den Rücken zukehrtest, beschloss ich eine sanfte, ernst gemeinte Entschuldigung zu verlangen. Und du tatest es in dieser Nacht. Immer öfter.

Und als ich deine Stimme nicht mehr hören konnte, weil all‘ deine Entschuldigungen nicht mehr entschuldigend genug waren, musstest du gehen, und mich alleine lassen, in dieser Nacht.

Und in der nächsten Nacht, sah ich dich im Arm einer Anderern. Ihr machtet Liebe- Liebe, die ich als meine, als unsere gesehen