Wie ich dich aus meinem Leben rauchte

Inspiriert von Damien Rice-Cheers Darlin‘

Lass uns anstoßen und darauf trinken, wie gut du dich mit deinem Neuem verstehst.

Du gabst mir mir deine Zigarettenpackung, um meinen Schmerz mit der Rauchwolke davon ziehen zu lassen.

Was bin ich denn noch für dich?

Bin ich eine flüchtige Erinnerung deiner Vergangenheit?

Lass uns darauf anstoßen, wie es einmal war.

-Wie es war als wir zum ersten Mal sahen.

Wie es war als ich den Geschmack süßen Traubensaftes auf deinen Lippen schmeckte und deine Hände an meinem Körper spürte. Es hat sich in mir eingebrannt- wie die fackelnde Kerze in jener tiefen Nacht- in der Nacht, in der du mir von ihm erzähltest.

Lass uns darauf anstoßen, dass deine Hochzeitsglocken meinen Wecker ersetzt haben, denn sie holen mich Tag zu Tag aus meinen Träumen.

Lass uns darauf anstoßen, dass sich die Weise wie du seinen Namen sagst in mein Gehör gräbt und als leises Geflüster nachhallt.

Was jedoch viel schlimmer ist, ist dass ich nicht mehr weiß, was ich ohne dich bin. Du gingst und hinterließt eine Zigerettenpackung und den Nachgeschmack einer Flasche Traubensaft, doch was ist mit dem Gefühl, das ich vorher hatte?

Du nahmst es mit dir.

Du sagst, all das sei kein Anlass zum Trinken, doch ich schenke uns die letzten Tropfen des süßlichen Traubensaftes ein und halte mein Glas in die Luft.

Lass uns darauf anstoßen, dass du fort bist- weit genug, um dich aus meinem Leben zu rauchen und mich deine flüchtige Erinnerung der Vergangenheit werden zu lassen .

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Schrei nach Freiheit

Am Waldrand gefangen

Allein mit der Unschuld der Natur zusammen

Entgegen meines Verlangen

Ebnet mir der morgendliche Tau den Weg

Im Glanze der Lichtreflexion im Wasser tauche ich ab, ganz vorsichtig

Immer tiefer ins Nasse

Ein lautes Zwitschern der Vögel

Ein kurzer, erstickter Schrei

Ich habe mich geirrt

Ich war noch nie so frei

Das Licht des Hoffnungträgers

„Gatsby glaubte an das grüne Licht, an die wundervolle Zukunft, die Jahr für Jahr vor uns zurückweicht.“ ~Nick Carraway| The great gatsby

Das grüne Licht der Hoffnung blinkt zum Greifen nah.
Ich stehe am Steg und blicke über das glänzende, stille Gewässer, das im nächtlichen Schein glitzert und schimmert, als wären es winzige Kristalle, die mir den Weg zu dir ebnen.
In meinen Gedanken jedoch bist nur du- du umhüllt in Seide und Satin- so schön wie eh und je.
So schön wie du eben bist und sein kannst und liebst und lebst und leidest und gibst.
So sehe ich  das grüne Licht vor mir blinken, und das Wasser vor mir glitzern, und jetzt weiß ich, ich drohe im Schein deiner so vollkommmenden Selbst unterzugehen, in meiner Hoffnung und Liebe zu dir zu ertrinken.
Ein Schuss ins Herz. Ein Augenblick dich vor mir in Angesicht.

Jetzt weit weg, du siehst es im grünen Licht.

Gift des Wahnsinns

Er betitelte mich als sein Gift, obwohl er sich schon längst eine Vergiftung von der Welt und die von seiner dazugehörigen Umwelt zugezogen hatte.

Der Wahnsinn schien ihm ins Gesicht geschrieben, doch der Anblick trog, da das Wahnsinnige mir galt, denn ich ließ seine Hand nicht los und ging auch nicht weiter, sondern ließ mich ganz freiwillig, völlig eigenwillig, und wahnsinnig bereitwillig, fest in den Boden verwurzeln.

Und das machte mich zu einem absoluten Wahnsinn und nicht zu dem Gift seinerseits.

Harmloser Wortaustausch

Ein wort. Ein satz.

Ein Gefühl, das sich in mir festsetzt, weil du mich mit dem, was du von dir gibst verletzt.
Du solltest manchmal schweigen, denn deine Fähigkeit zu reden ist oft so wirksam wie eine Atombombe-
Sie explodiert und selbst nach deinem Angriff bleiben die Überreste und lassen mich daran förmlich ersticken.

Du sagst Wörter seien unwichtig, etwas, das schnell ausgespuckt wird und in der Erde versickert.
Du sagst, harmlose Sätze tun nicht weh und können vergessen werden.

Alles was ich je brauchte, gabst du mir mit einem Versprechen.
Ein Versprechen, das schnell wieder zu brechen galt.
Denn Wörter seien unwichtig, sagtest du.
Vielleicht sollte ich dir Recht geben und auf ewig schweigen.
Was kann ich schon Wichtiges sagen, wenn alles unwichtig ist?
Und ich dir mit meinen  Worten nicht deine Wichtigkeit mir gegenüber ausdrücken kann?

Wörter umhüllen mein Schweigen und Sätze verschmelzen mit meinem Schmerz.
Du sagst es ist harmlos.
Doch ich wage es zu bezweifeln.

 

Die Gitarre

The Beatles- while my guitar gently weeps

Ich sehe mit verweinten Augen an die graue Wand, die die endlos aneinander reihenden Tage meines selbstzerstörenden Ichs wiederspiegelt.

Schließlich, so wie immer, fällt mein Blick auf die verstaubte Gitarre, die ganz still, reglos und völlig leblos an meinem Fenster lehnt und plötzlich sehe ich mich selbst wieder, an den guten Tagen.
Die Gitarre liegt perfekt an mir an und spielt Lieder, die unvergessen bleiben. Ich sehe wie meine Gitarre im Schein der bunten Lichter voller Sanftheit weint, lacht und Funken wie Konfetti sprüht.
Alle Menschen um mich herum sind wie elektrisiert und atmen mit mir den so sanften Klang meiner schönen Gitarre ein.

Ich weiß nicht wie und es kann mir auch keiner sagen :
„Wie konnte es Heute werden?“
Ich blicke wieder zu meiner grauen Wand und bemerke, wie schnell die Zeit vorbei geht und mich im sanften Klang der weinenden, lachenden und Konfetti sprühenden Gitarre verändern kann.

Wie konnte sich alles, was ich liebte umkehren und mich verbittern lassen?
Wo ist das Süße, das Schöne, das Aufregende?
Verblasste es im Schein meiner sanft weinenden, lachenden und Konfetti sprühenden Gitarre?

Eine Träne kullert über mein Gesicht, während die Menschen in meinem Kopf buhen, mich mit ihrer spitzen Zunge peitschen und verlangen meine Gitarre Konfetti sprühen zu sehen.

Ich stehe auf, puste vorsichtig den Staub von ihr ab, und streiche sanft über ihr weiches Holz. Dann nehme ich sie sachte in die Hand und beginne sie mit bloßer Gewalt gegen die kahle Wand der endlos aneinander reihenden Tage zu schlagen.
Und so machte die Gitarre ein Geräusch, das ich noch nie an ihr gehört hatte.

Erleichternde Tatsachen

Und ich laufe.
Gehe weg von der Gruppe und dir.
Ich bin mir so fremd in eurer Gegenwart, dass es fast schon weh tut. In meinem Kopf rasen die Gedanken einen Marathon.
Spielen Jo jo zwischen ‚Ich weiß, was ich tue“ und „Warum mache ich das?“
Doch dennoch sind die vergangenen Momente, in denen ich dachte, ich wisse, was ich tue im Nachhinein blamabel und lächerlich.
Und dann kommst du auch noch dazu.
Kommst mir nah. Viel zu nah, um nüchtern zu bleiben und raubst mir den Fußboden unter meinen Füßen. Wie soll ich mit deinem Ego umgehen, während meiner von deinem in die Ecke gedrängt wird? Du machst das nicht mit Absicht, das weiß ich, doch es macht mich wahnsinnig. Ich mag es auf irgendeiner banalen Weise trotzdem, wenn du um mich bist. Denn du nimmst mir die Unscheinbarkeit und verleihst mir für einen kurzen Moment Bedeutung.

Die Anderen, um uns herum sind laut und von Natur aus präsent. Es kostet eine ungeheure Anstrengung, so zu tun, wie als wäre ich wie sie.
Und deswegen öffne ich trotz allen Gegensätzen, oder vielleicht gerade deswegen gerne die Tür, sauge, die in mein Gesicht wehende Luft ein und genieße die erleichternde Tatsache:

„Ich bin endlich allein.“